Die Journalistin Amal Khalil wurde im Libanon gezielt Israel ermordet. Zuvor erhielt sie Drohungen aus Israel auf ihrem Handy, sie solle aufhören zu berichten; wenn sie ihren „Kopf auf den Schultern behalten“ will. Dann bombardierte Israels Militär sie. Als sie verletzt überlebte, schlug Israel ein zweites mal zu.
Amal Khalil war eine geachtete Journalistin. Als Reporterin für die libanesische Zeitung Al-Akhbar berichtete sie aus dem Süden Libanons. Zuletzt von Israels Invasion. Mit ihren fundierten Berichten, Geschichten und Bildern war sie Israel ein Dorn im Auge. Sie erhielt Drohungen von israelischen Nummern. In einem Interview bestätigt sie, dass von ihr verlangt wurde, sich vertreiben zu lassen.
Am Dienstag wurde Amal Khalil in Tayri im Süden Libanons zum Ziel eines israelischen Angriffs. Sie überlebte verletzt und schleppte sich in ein Haus. Israel schlug erneut zu und tötete sie. Zwei Kriegsverbrechen. Das Angreifen von Zivilisten, das Töten von Verletzten. Ein sog. "Double Tap"-Angriff.
Sie ist das fünfte Opfer Israels im Libanon seit Beginn der angeblichen Waffenruhe.
Bei dem Angriff wurde auch die Journalistin Zeinab Faraj verletzt, die von Sanitätern geborgen wurde. Als Sanitäter Amal Khalil bergen wollten, hielt Israels Militär sie davon ab, berichtet das Rote Kreuz. Reporter ohne Grenzen rief die Weltöffentlichkeit am Dienstag vergeblich auf, Druck auf Israel auszuüben, Rettungskräfte nicht zu blockieren. Israel ließ aber erst sechs Stunden später Sanitäter zu Amal Khalil. Jede Hilfe kam zu spät.
Israel behauptet, man „prüfe den Fall“ und gab die Schuld an ihrem Tod ihr selbst: „Es ist militärisches Sperrgebiet“. Gemeint sind die Orte, die von Israel militärisch überfallen wurden.
Bereits 2024 überlebte Amal Khalil einen Drohnenangriff Israels.
Israel hat im Libanon 27 Journalistinnen und Journalisten getötet. In Gaza wurden mindestens 270 getötet. Damit hat Israel in weniger als drei Jahren mehr Presseleute getötet als irgendein anderes Land in der Geschichte der Menschheit.
Bislang solidarisierte sich keine einzige deutsche Pressevereinigung mit den getöteten und gefährdeten Presseleuten in Palästina und im Libanon.
