Ich dachte lange, ich müsste Bitcoin nur gut genug erklären. Dann würden es meine Freunde schon verstehen.
Stattdessen gab es Streit.
Vor über fünf Jahren hat Bitcoin meine Welt auf den Kopf gestellt. Ich war begeistert, wollte alles wissen, verschickte Links und Videos und konnte wochenlang über kaum etwas anderes sprechen.
Zum großen Bedauern meines Umfelds.
Denn viele meiner Freunde teilten weder meine Begeisterung für Bitcoin noch meine Kritik am bestehenden Geldsystem. Egal, wie viele Argumente, Quellen und Erklärungen ich lieferte: Ich konnte sie nicht erreichen.
Seitdem beschäftigt mich diese Frage:
Warum kann dieselbe Information für den einen wahr wirken – und für den anderen völlig unglaubwürdig?
Ausgerechnet mein ehemaliger Kunstlehrer brachte mich auf eine neue Spur.
Vor über 20 Jahren erklärte er uns, warum wir manche Kunstwerke wunderschön finden und andere abgrundtief hässlich. Entscheidend sei, wie weit sich ein Kunstwerk von dem entfernt, was wir bereits kennen.
Zu vertraut? Langweilig!
Zu fremd? Ablehnung!
Irgendwo dazwischen liegt der Sweet Spot.
Und dann dachte ich:
Was, wenn manche Gedanken noch zu weit von unserem Weltbild entfernt sind, als dass sie sich für uns „wahr“ anfühlen können?
Diese Überlegung war der Ausgangspunkt meines Vortrags beim diesjährigen Blocktrainer Event.
Ich habe mich auf die Suche nach wissenschaftlichen Antworten gemacht. Und bin auf psychologische Experimente zu Reimen, Lesbarkeit und Bildern gestoßen – und auf eine große Meta-Analyse, die 182 Studien mit mehr als 31.000 Menschen zusammenfasst.
Die Ergebnisse haben mich schockiert.
Denn es kann einen großen Unterschied geben zwischen dem, was wahr IST, und dem, was wir für wahr HALTEN.
Nach meinem Vortrag kam ein älterer Herr zu mir und erzählte mir, dass er beim Zuhören Tränen in den Augen hatte…
Mein Vortrag heißt: „Wenn die Wahrheit zu früh kommt“.
Die Aufzeichnung ist jetzt online.
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