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junge Welt: Siedler übernehmen – Auszug: „[Die] [p]alästinensische Stadt Hebron geht an Israel. (…) Hebron gehört von jetzt an den Siedlern, gerade etwa 1.000 an der Zahl, nicht mehr den ‚terroristischen‘ Palästinensern. Die 1993 bis 1995 geschlossenen Osloer Abkommen hatten Hebron in zwei Bereiche geteilt: ‚H2‘ mit damals etwa 800 Siedlern und etwa 40.000 Palästinensern; dort lag die Kontrolle ausschließlich in der Hand Israels. Dann ‚H1‘ – der Rest der Altstadt mit damals etwa 140.000 Palästinensern wurde unter palästinensische Kontrolle gestellt. Ab sofort fallen alle inzwischen mehr als 200.000 Palästinenser ausnahmslos unter israelische Siedler- und Armeeherrschaft.“
Tagesschau: Ölvorräte so niedrig wie seit 1990 nicht mehr – Auszug: „Bis zum 12. Juni sanken die weltweit erfassten Lagerbestände demnach um 252 Millionen Barrel. Allein aus den Vorräten der OECD-Staaten wurden 163 Millionen Barrel entnommen, um ausgefallene Lieferungen aus der Golfregion auszugleichen. Die Vorräte schrumpften damit nach Angaben der IEA ‚im Rekordtempo‘ – obwohl zugleich die weltweite Ölnachfrage deutlich zurückging.“
Spiegel: Minen entschärfen, Ölproduktion hochfahren – wie es jetzt an der Straße von Hormus weitergeht – Auszug: „Das Abkommen, das die USA und Iran geschlossen haben, klingt ambitioniert. Binnen 30 Tagen soll der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder auf Vorkrisenniveau steigen. (…) Doch die Realität sieht bisher anders aus. Laut Dienstleistern, die Bewegungen von Tankern tracken, passieren noch immer nur eine Handvoll Schiffe offiziell die Meerenge. Denn das Gebiet ist in Teilen vermint. (...) Zudem wurden teils große Ölförderanlagen durch den Krieg zerstört. Analysten rechnen erst in den kommenden Monaten mit einer allmählichen Normalisierung des Schiffsbetriebs – und teils erst Anfang 2027  mit einer Normalisierung am Weltölmarkt.“ (Bezahlschranke)
Eastblog (11.6.): Nationalistische Rituale in der Ukraine – Wirkungen und Ursachen – Auszug: „ Im Mai hatte Präsident Selenskij beschlossen, dass die Gebeine Andrij Melnyks, des Führers eines der beiden Flügel der Organisation Ukrainischer Nationalisten von Luxemburg (...) in die Ukraine umgebettet werden. (…) Geplant sind noch weitere Umbettungen, u.a. die der sterblichen Überreste Stepan Banderas, (...). So soll ein Ort des Gedenkens an ukrainische Helden geschaffen werden. (…) In der Ukraine war schon die Politik von Präsident Juschtschenko, der u.a. Stepan Bandera den Orden ‚Held der Ukraine‘ verlieh, umstritten. Mit Juschtschenko wurde eine nationalistische Geschichtspolitik zur ukrainischen Staatsräson. (...) Petro Poroschenko sorgte dafür, dass der Gründungstag der UPA (der Ukrainischen Aufstandsarmee) (...) zum nationalen Feiertag zu Ehren der ukrainischen Armee wurde. (...) Und Präsident Selenskij verlieh gerade eben einer Militäreinheit den Titel ‚Helden der Ukrainischen Aufstandsarmee‘. Mit der Präsidentschaft von Juschtschenko (2005-2010) wurde der Nationalismus, der bis dahin v.a. in der Westukraine verwurzelt war, zur Leitlinie des Staates insgesamt.“
Ostdeutsche Allgemeine: Jeffrey Sachs: Wenn wir vom Abgrund des Kriegs wegwollen, müssen wir ehrlich sein – Auszug: „Jeffrey Sachs antwortet einem Kritiker aus Europa und erklärt, dass nur die Kenntnis der Ursachen des Krieges zu dessen Beendigung führen können.“
ORF: EU-Beamter: Diplomatische „Kontakte“ mit Kreml aufgenommen – Auszug: „Das Büro von EU-Ratspräsident Antonio Costa hat in den vergangenen Wochen diplomatischen Kontakt mit dem Kreml aufgenommen. Es seien ‚kurze Kontakte‘ auf diplomatischer Ebene geknüpft worden, um ‚Kommunikationskanäle zu öffnen‘, teilte ein EU-Beamter gestern mit. Dabei sei nichts Inhaltliches besprochen worden, fügte er hinzu. (…) Die Europäer wollen den bisher von den USA geleiteten Verhandlungsprozess ‚aufnehmen und weiterführen‘, wie es der deutsche Regierungssprecher Stefan Kornelius formulierte.“
Telepolis: Militärexperte sicher: Russischer Angriff auf die Nato ist „nicht plausibel“ (Interview mit Oberst a.DWolfgang Richter) – Auszug: „Kaum ein Thema prägt die sicherheitspolitische Debatte derzeit stärker als die Frage, ob Russland nach dem Krieg in der Ukraine auch Nato-Staaten bedrohen könnte. Wolfgang Richter (...) hält viele der kursierenden Bedrohungsszenarien für überzogen.“
Welt: „Nukleare Abschreckung“ – Finnisches Parlament macht den Weg für Atomwaffen frei – Auszug: „125 der 199 Abgeordneten votierten am Mittwoch für die Gesetzesänderung, die noch der Zustimmung des finnischen Präsidenten bedarf. Nach seinem Inkrafttreten sieht das Gesetz vor, dass Atomwaffen nach Finnland gebracht, dort transportiert und besessen werden dürfen, wenn dies für die militärische Verteidigung des Landes erforderlich ist. (...) Für den Kurswechsel Finnlands ist eine Änderung seines Atomgesetzes und seines Strafgesetzbuches nötig. Der Gesetzesvorschlag der rechtsgerichteten Regierungskoalition hatte in den vergangenen Monaten eine Debatte ausgelöst. Oppositionsparteien kritisierten die Abkehr Finnlands von seiner langjährigen Position zum vollständigen Verbot von Atomwaffen.“
Handelsblatt (8.6.): Verleger Holger Friedrich führt Geschäfte einer Lobbyfirma – Auszug: „Medien müssten den Begriff der Unabhängigkeit neu verhandeln, sagt Holger Friedrich. Nun ist der Verleger Geschäftsführer einer Firma, die Regierungen ‚Public Diplomacy‘ verspricht.“ (Bezahlschranke)